Sansibar, schon der Name weckt Fernweh und klingt nach Exotik, duftenden Gewürzen, Sonne, Sand und Meer. Jeder hat schon von dieser magischen Insel gehört, aber viele wissen nicht, wo dieser Sehnsuchtsort auf der Weltkarte zu verorten ist.

Usumba Rock Restaurant auf Sansibar

Usumba Rock Restaurant auf Sansibar

Der Sansibar Archipel

Der Sansibar-Archipel ist eine zu Tansania gehörende Inselgruppe vor der Ostküste Afrikas. Die drei größten Inseln dieser Gruppe sind Unguja, Pemba und Mafia. Auf der Hauptinsel Unguja, die häufig auch als Sansibar bezeichnet wird, liegt die Hauptstadt Sansibar Stadt. Stone Town ist das historische Handelszentrum mit Einflüssen der Swahili- sowie der islamischen Kultur.

Eden Rock Restaurant auf Sansibar

Eden Rock Restaurant auf Sansibar

Bevölkerung & Religion

Die ca. 1 Mio. Einwohner nennt man Sansibarer. Die überwiegende Religion ist mit 98 % der Islam, aber auch einige Hindus und Christen kommen hinzu. Die moslemischen Frauen tragen überwiegend Kopftuch und knöchellange Gewänder. Die Religion ist allgegenwärtig und sie sollte unbedingt respektiert werden. Wer außerhalb der Touristenzentren in die Dörfer geht, sollte sich längere Kleidung anziehen und die Schultern bedecken. An den Stränden – insbesondere im Norden der Insel bei Nungwi – geht es lockerer zu.

Traumstrand bei Dongwe, Sansibar

Traumstrand bei Dongwe, Sansibar

Die bewegte Vergangenheit von Sansibar

Die im 8. Jahrhundert von arabischen Händlern entdeckte Insel hat eine äußerst bewegte Vergangenheit und war Hochburg für den Handel mit Gewürzen, Elfenbein und Sklaven. Nach den Arabern kamen im buntem Wechsel Perser, Omanis, Inder, Portugiesen und Briten. Alle haben der Insel ihren Stempel aufgedrückt und ihre Spuren hinterlassen. Sagenhafte Geschehnisse wurden von der Insel berichtet. Geschichten aus 1001 Nacht mit märchenhaften Palästen, in Elfenbein und Edelsteinen aufgewogen Gewürzen und Prinzessin Sayida Salme, der Schwester des Sultans, die sich in einen deutschen Kaufmann verliebte.

Sansibar für Urlauber

Heute ist Sansibar ein exotischer Schmelztiegel der Kulturen, Weltkulturerbe und Inselparadies für abenteuerlustige Reisende. Das Juwel vor der Küste Tansanias im Indischen Ozean, verspricht einen Abenteuerurlaub der Extraklasse, mit einer einzigartigen Flora und Fauna. Der schneeweiße, feine Sandstrand lädt förmlich zum Verweilen unter Palmen ein und die vorgelagerten Korallenriffe sind ein spannendes Revier zum Tauchen und Schnorcheln. Außerdem ist Sansibar ein Hotspot für Kitesurfer. Sansibar erfreut sich steigender Beliebtheit und bietet Unterkünfte für jedes Budget.

Seestern bei Reefwalk auf Sansibar

Seestern

Sansibar: Baden mit Einschränkungen

Sansibar wird stark von den Gezeiten geprägt. Das gilt insbesondere für die weißen Traumstrände an der Ostküste. Hier zieht sich das Meer bei Ebbe mehrere hundert Meter zurück. Dann ist das Baden nur eingeschränkt möglich. Allerdings kann man in dieser Zeit wunderbare Spaziergänge über das Riff bis zur Abbruchkante unternehmen und wunderbare Entdeckungen machen. Bei Ebbe kann man auch die Einheimischen beobachten, wie sie Seegras ernten und Seeigel sammeln. Der Unterschied bei den Gezeiten beträgt etwa sechs Stunden mit einem täglichen Versatz von einer halben Stunde. Da der Norden weniger gezeitenabhängig ist, kann man an den Stränden von Nungwi und Kendwa hingegen immer gut schwimmen.

Strand bei Ebbe auf Sansibar

Ausgeprägte Gezeiten – Strand auf Sansibar

Besuch einer Gewürzfarm

Nach der Abschaffung der Sklaverei galt Sansibar als einer der weltweit wichtigsten Lieferanten für Gewürze wie Nelken, Muskat und Zimt. Diese Gewürze und Heilkräuter wurden bereits im 16. Jahrhundert von den Portugiesen auf die Insel gebracht und dort erfolgreich kultiviert. Bei unserer Tour über die Tangawizi Spicefarm lernten wir, wie diese Gewürze, Heilkräuter und auch Früchte angebaut werden. Eine solche Tour ermöglicht es auch, verschiedenste Gewürze, Kräuter und tropischen Früchte zu probieren. Wer weiß schon, wie Muskatnuss, Nelken, Zitronengras, Muskat, Zimt, Kurkuma, Vanille, Kokosnuss, Papaya, Chili, schwarzer Pfeffer, Jackfruit und Kardamom in der Natur aussehen und erst recht, wie sie frisch schmecken. Bei vielen Touren wird auch ein leckeres, traditionelles Swahili Mittagessen angeboten. Hier erfährt man, wie die verschiedensten Gewürze in der Küche eingesetzt werden können. Aus unserer Sicht eine empfehlenswerte Aktivität.

Muskatnuss auf der Tangawizi Spice Farm, Sansibar

Muskatnuss

Stone Town – historische Altstadt von Sansibar Stadt

Der älteste Stadtteil von Sansibar Stadt nennt sich Stone Town. Stone Town war früher ein wichtiger Handelshafen der Araber, die von hier aus Gewürze und Sklaven verkauften. Hier befinden sich auch die meisten Restaurants und Hotels sowie der einzige Hafen der Insel. Die engen Gassen der Altstadt sind wie ein riesiges Labyrinth und man verirrt sich schnell. Aber da es in Stone Town nur wenige Sehenswürdigkeiten gibt, ist das nicht schlimm. Einfach treiben lassen, lautet die Devise und bei der Hitze öfter mal eine Pause in einem der hübschen Lokale auf Dachterrassen oder Hinterhöfen einlegen. Beim Besuch des ehemaligen Sklavenmarktes und des Museums, erhält man einen Einblick in diese unrühmliche Zeit. Der Forodhani Garden am Meer verwandelt sich jeden Abend in einen riesigen Food Market. Zig Straßenküchen bieten hier ihre Spezialitäten an, während sich Jugendliche bei akrobatischen Sprüngen über die Kaimauer messen.

Sklavenmarkt Stone Town, Sansibar

Alter Sklavenmarkt in Stone Town

Forodhani Garden in Stone Town

Riesiges Angebot an Essen auf dem Forodhani Garden Market

Hotels in Stone Town

In Stone Town gibt es Hotels und Unterkünfte für jedes Budget und jeden Geschmack. Das beste Haus am Platz dürfte das Park Hyatt Zanzibar sein. Die Lage direkt am Meer und die Terrasse sind umwerfend. Wenn ihr aber etwas Besonderes sucht, wären vielleicht die Hotels von Emerson etwas für Euch. Wir haben uns bei unserem Besuch im Emerson on Hurumzi Hotel einquartiert. Das alte Gebäude, mitten in der Altstadt, gehörte früher einem reichen Zanzibari und ist komplett mit antiken Möbeln ausgestattet. Es scheint als ob der Besitzer alles stehen und liegen gelassen hätte. Jedes Zimmer ist ein Unikat und hat seinen eigenen Reiz. Definitiv kein Luxus aber unheimlich charmant mit sehr gut ausgebildetem und freundlichem Personal.

Zimmer im Emerson Spice Hotel, Stone Town

Zimmer im Emerson Spice Hotel

Zimmer im Emerson on Hurumzi Hotel, Stone Town

Zimmer im Emerson on Hurumzi Hotel

Dachterrasse im Emerson on Hurumzi Hotel

Dachterrasse im Emerson on Hurumzi Hotel

Beste Reisezeit

Das Klima von Sansibar ist durch die Nähe zum Äquator sehr tropisch und wird durch zwei Monsunwinde bestimmt. Durch diese Monsunwinde gibt es in Sansibar zwei Regenzeiten. Relativ starke auch teilweise langanhaltende Regenfälle treten im April und Mai auf. Diese Zeit nennt sich die „große Regenzeit“. Die „kleine Regenzeit“, der Monsun von November bis Dezember, fällt vergleichsweise schwach aus. Die beste Reisezeit liegt in der Trockenzeit von Juni bis Oktober und Ende Dezember bis Mitte Februar.

Korallen bei einem Reefwalk bei Ebbe

Korallen bei einem Reefwalk